Thema: TOD, TRAUER UND TROST IN DER MUSIK UM 1600

DIE TONKUNST, Juli 2026, Nr. 3, Jg. 20 (2026)

Im 15. Jahrhundert lässt sich beobachten, dass sich die Cantus-firmus-Verarbeitungen pluralisieren: Paraphrasen, Zitate, Motivverarbeitungen oder vollständige Übernahmen mehrstimmiger Komplexe halten Einzug in das Komponieren. Dieses Modell wird im 16. Jahrhundert sodann perfektioniert: Strukturgeber einer mehrstimmigen Komposition ist immer öfter eine andere Komposition. So erlebte der Prototyp der Parodiemesse im Fortgang des Jahrhunderts nicht nur seine Hochkonjunktur, sondern lief allen anderen Messtypen quantitativ den Rang ab. Ausgehend von dieser Beobachtung stellt das Juli-Heft der TONKUNST spannende Fragen an das mehrstimmige Repertoire: Welche Kriterien haben Komponisten bei der Wahl ihrer Vorlagen beeinflusst? Waren in erster Linie Text und Musik ausschlaggebend, oder auch außermusikalische Faktoren, die von arbeitsökonomischen Beweggründen über die Einreihung in Traditionslinien, der bewussten Nutzung populärer zeitgenössischer ›Schlager‹ bis hin zu Momenten der Identitätsstiftung reichen? Das Themenheft nimmt die vielfältigen Verfahren des Parodierens, Nachahmens und Imitierens als eine der zentralen kompositorischen Handlungsfelder der Frühen Neuzeit aus der Perspektive mehrerer Gattungen in den Blick.

<< alle Ausgaben
TOD, TRAUER UND TROST IN DER MUSIK UM 1600
PARODIEREN, NACHAHMEN, IMITIEREN
Die Ausgabe ist noch nicht verfügbar.
Als PRINT-AUSGABE vorbestellen
(EUR 25.- zzgl. Porto)
Weitere Ausgaben

April 2010
MUSIK IN DÄNEMARK
Oktober 2019
MUSIKVERLAGE
April 2009
FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY
Januar 2020
WIDMUNGEN IN DER MUSIK
Oktober 2016
MUSIK ALS IMMATERIELLES KULTURERBE
Juli 2012
MUSIK AM PRAGER HOF RUDOLFS II.
April 2008
JOHANNES BRAHMS
Januar 2011
DIE MOTETTEN PIERRE DE LA RUES
^